Das Street Food Weekend Koblenz hat alle Stärken und Schwächen eines solchen Festivals sehr deutlich gemacht. Ich versuche es aus Gästesicht zu erläutern um einen Handlungsstrang aufzubauen:

Im Radiosender BigFM höre ich von einem Street Food Weekend in Koblenz und beschließe mich zuhause im Internet schlau zu machen. Auf Facebook werde ich schnell fündig und sehe, dass in einem Industriegebiet, direkt an einer Abfahrt der B9, der Veranstaltungsort sein soll. Mehrere Stände werden in Blogbeiträgen vorgestellt, eine ganze Liste des Angebots findet sich leider nicht. Nun gut. Samstag mittag, schöner Sonnenschein, ich fahre los. Ich freue mich darüber, dass es Parkplätze in Hülle und Fülle gibt.

1,- € Parkgebühr, kein Problem. Die bezahle ich gerne statt ewig lange mit dem Auto durch die Gegend gurken zu müssen um dann einen ewigen Fußmarsch hinlegen zu müssen.

Eintritt 2,- €. Hoppla, habe ich da etwas überlesen? Dass ich zwei Euro bezahle um auf ein Gelände zu kommen, dass für eine Veranstaltung vorbereitet sein muss, angemietet, etc. kein Thema, es kam nur etwas überraschend. Und dann habe ich mich gefragt, wieso davier Leute nebeneinander am Einlass sitzen. Werden die alle fürs Sitzen bezahlt? Vielleicht ist es auch ein Schichtwechsel, ich kümmere mich nicht weiter drum.

Auf dem Gelände angekommen sehe ich schon die ersten Food-Trucks und Stände, vegan, vegetarisch, Asia, Smoothie, Kaffee, Fritz Getränke, Wiener Schmankerl und eeeeeewig viele Bierbänke mit Sitzplätzen noch und nöcher. Erstmal was zu trinken und dann alles begutachten bevor ich mir aus den ca. 30 Ständen meine fünf bis sechs Favoriten aussuche.

FRITZ KOLA Alle Getränke 3,- €!!! Wow, jetzt bin ich etwas baff! Bisher eine Kola getrunken und schon sechs Euro verblasen. Das schmälert ein bisschen mein Bedürfnis nach Expeditionen ins kulinarische Ungewisse. Erst recht wenn ich sehe, dass ein Sandwich, dass wie ein Hähnchendürüm aussieht 5,- €, ein Burger 6,- €, der andere 7,- € kostet. Eine Musikanlage beschallt den vorderen Teil des Geländes mit After-Hour-Lounge Musik und mir stellt sich die Frage, wer solche Musik mag. Nach einer halben Stunde auf dem Gelände merke ich, wie mir die Atmosphäre des Eingesäuselt-Werdens die Stimmung auf Erforschen immer wieder erschlägt.

Die exotischen Dinge, die irgendeinen mir bekannten Parameter beinhalten, tun es mir dann an. Ich kenne Papayasalat, aber habe ich ihn schon mal von vietnamesischen “Mamas” zubereitet gegessen? Nein. Also wird´s probiert und schmeckt. Keine Offenbarung aber absolut solide. Weiter geht´s mit einem Glas Riesling in der Hand zu Papapiri und ichgönne mir einen Wrap. Nicht sonderlich spannend, aber die selbstgemachten Saucen werten das Ding so dermaßen auf.

Der kleine Munchkin und die in “Bierteig” frittierten Süßigkeiten sind ein tolles Dessert. Zugegeben, schwer im Magen, aber ein Kaffee hinterher und alles ist wieder im Lot.

Ich habe also 3 Gänge gegessen und etwas dazu getrunken, gehe wieder nach Hause und stelle fest, ich bin 30,- € ärmer.

Pro: Ich kenne kein Restaurant, dass so eine Auswahl bietet. Contra: Die Preise, sowohl bei den Burgern, als auch bei den Getränken sind so hoch angesetzt, dass es einem den Spaß versauen kann. Außerdem sind die Portionsgrößen nicht klein genug, dass man die Vielfalt durchprobieren könnte.

Und was hat das mit OUMAMI zutun? Wir haben kleine Portionen auf echten Tellern (kein Einweggeschirr) mit hochwertigsten Produkten verkauft und wurden samstags als Erste und sonntags trotz furchtbarem Regenwetter erneut komplett leergegessen!!! Jeder sechste Besucher hat im Schnitt etwas bei uns gegessen!!!